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Beziehungen zu Deutschland

08.11.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Politische Beziehungen

Unter den Partnern Schwedens nimmt Deutschland, vor allem wegen seines europapolitischen und wirtschaftlichen Gewichts, einen wichtigen Platz ein. Die deutsch-schwedischen Beziehungen haben eine lange Tradition. Deutsche Hanse-Kaufleute stellten Ende des 15. Jh. ein Drittel der steuerpflichtigen Bürgerschaft und die Mehrheit der in Stockholm ansässigen Kaufleute.

Die hohe Qualität der deutsch-schwedischen Zusammenarbeit spiegelt sich heute in einer Vielzahl intensiver Kontakte wieder. Die bilateralen Beziehungen gestalten sich weitgehend problemlos und sind geprägt durch Übereinstimmung in vielen internationalen Fragen.

Der Besuchsaustausch auf allen Ebenen ist intensiv. Zuletzt reiste der schwedische Ministerpräsident im März 2018 für Gespräche mit der Bundeskanzlerin nach Berlin, Staatsminister Michael Roth besuchte im Februar 2018 seine schwedische Amtskollegin in Stockholm. Im September 2017 kam Königin Silvia anlässlich der Verleihung des Theodor-Wanner-Preises mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Berlin zusammen; im Juni 2017 traf Bundesaußenminister Gabriel die schwedische Außenministerin Margot Wallström am Rande des Ostseerats-Außenministertreffens in Reykjavik. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hielt sich zuletzt im Januar 2017 in Schweden auf. Im Oktober 2016 reiste das schwedische Königspaar für einen Staatsbesuch nach Deutschland. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Besuchen auf Ebene der Bundesländer und der Parlamente.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist das bei weitem wichtigste Herkunftsland schwedischer Importe; diese beliefen sich 2017 auf ein Volumen von 26,6 Milliarden Euro. Mit einem Gesamtvolumen von 42,3 Milliarden Euro war Deutschland 2017 auch mit Abstand Schwedens wichtigster Handelspartner und lag damit vor Norwegen, Finnland und den USA.

Die Zahl deutscher Unternehmensengagements in Schweden (Tochterfirmen, Beteiligungen, Filialen oder Repräsentanzen) liegt bei etwa 900, mit insgesamt rund 60.000 Beschäftigten und einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 37 Milliarden Euro. Regionale Schwerpunkte sind Stockholm, Göteborg und Malmö/Helsingborg. Dem gegenüber stehen 1.250 schwedische Engagements in Deutschland mit rund 104.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 71,4 Milliarden Euro. Regionale Schwerpunkte sind Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Düsseldorf. Die schwedischen Unternehmen in Deutschland sind vor allem im Einzelhandel (Ikea, H&M), aber auch im Energiebereich (Vattenfall) engagiert. Für viele schwedische Unternehmen ist der deutsche Markt wichtiger als der Heimatmarkt.

Schweden ist 2019 Partnerland der Hannover Messe.

Sozial- und Gesundheitspolitik

Grundsätzlich besteht großes Interesse der deutschen Seite an den sozialpolitischen Errungenschaften und Entwicklungen in Schweden. Im Fokus stehen v.a. die Bereiche Gleichstellung und Familienpolitik. Aber auch der Bereich e-Health und Pflege und die damit verbundenen digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich sind für Deutschland interessant. Seit Januar 2017 besteht zwischen Deutschland und Schweden eine Innovationspartnerschaft, die unter anderem den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit im Bereich e-Health befördern soll. Das schwedische Interesse an der deutschen Sozialpolitik bezieht sich auf Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die Berufsausbildung sowie auf die Integrationspolitik. Schweden versteht Deutschland als das Land, das seine Erfahrungen mit der Aufnahme vieler Flüchtlinge im Jahr 2015 teilt und damit ähnlichen Herausforderungen bei der Arbeitsmarktintegration gegenüber steht. Insbesondere die frühzeitige Öffnung von Integrationsmaßnahmen für Menschen mit guter Bleibeperspektive, aber auch die Programmansätze für den kombinierten Sprach- und Kompetenzerwerb stoßen auf schwedisches Interesse.

Kulturbeziehungen

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Schweden kulturell auf den deutschen Sprach- und Kulturraum ausgerichtet, danach erfolgte eine rasche Umorientierung auf den angelsächsischen Bereich. Deutsch wurde durch Englisch als erste Fremdsprache abgelöst und muss sich seither als zweite Fremdsprache behaupten. Neben dem Goethe Institut und der Deutschen Schule Stockholm sind vor allem auch die 16 weiteren Partnerschulen, die im Rahmen der Initiative „Schulen – Partner der Zukunft“ gewonnen werden konnten, für die Förderung der deutschen Sprache in Schweden von besonderer Bedeutung.

Einen positiven Beitrag zur Vermittlung deutscher Kultur in Schweden leisten auch die deutschen Auslandsgemeinden sowie einige deutsch-schwedische Vereine, vor allem in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö.

Einige deutsche Filmproduktionen sind im schwedischen Kino und Fernsehen erfolgreich, wobei oft geschichtliche Themen im Vordergrund stehen. Auf schwedischen Bühnen werden neben Klassikern auch modernere Stücke inszeniert. Deutsche Ensembles und Künstler kommen regelmäßig für Auftritte nach Schweden und es findet ein reger personeller Austausch statt. Im literarischen Bereich besteht vor allem eine Nachfrage nach deutschen Klassikern. Die großen Tageszeitungen besprechen inzwischen aber auch mit wachsendem Interesse zeitgenössische deutsche Literatur.

Zum Leben in Deutschland, und insbesondere in Berlin, erscheinen in der schwedischen Presse regelmäßig Artikel. Gerade im Kulturbereich finden sich häufig Beiträge mit Deutschlandbezug. Die deutsche Hauptstadt ist mittlerweile ein Hauptanziehungspunkt für Schwedinnen und Schweden aller Altersklassen. Circa 4000 schwedische Staatsangehörige leben in Berlin, darunter auch viele Künstlerinnen und Künstler.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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